Die Regattastrecke in Oberschleißheim bei München ist einer der ikonischen, baulichen Zeitzeugen der Olympiade 1972. Die Gestalt der Bauten, insbesondere des ehemaligen Tribünengebäudes ist originär, von beeindruckender Dimension und konstruktiv wagemutig. Sie kündet vom Optimismus einer Zeit, in der Zukunft, noch ein Versprechen war.
Umso bedauerlicher ist der marode, stark sanierungsbedürftige Zustand der Bauten heute. Die Süddeutsche Zeitung titelt in der Serie: »Vergessene Orte« am 14.8.: »Herabgestiegen vom Olymp« und verweist auf die Poesie des Ortes, als ruinöse Idylle aber auch auf die gescheiterten Versuche die Anlage mit den seit 2018 denkmalgeschützten Bauten zu revitalisieren. Sie gilt als das »Aschenputtel in der Olympiaparkfamilie« 1.
Welche raumkonzeptionellen Chancen und zukünftigen programmatischen Potentiale liegen in einer originären Interpretation des Bestehenden? Wie gelingt es durch Hinzufügung, Transformation, informelle oder formelle Interventionen den Charakter des Ortes zu bewahren, den Bestand zu sichern und das kulturelle Erbe zum Nutzen der Stadtgesellschaft fortzuschreiben? Wie ökonomisch und ökologisch angemessen sind die notwendigen baulichen Maßnahmen? In welchem Maßstab agieren wir?
Unter Einbeziehung der Betreiber*innen wollen wir in einem prozessual offenen Verfahren Ideen finden, Strategien entwickeln und daraus originäre Projekte entwerfen, die den Diskurs über die Zukunft der Regattastrecke, kritisch konstruktiv, befördern.