Architektur-ethnographische Untersuchungen in der postmigrantischen (Süd)Stadt
Der öffentliche Raum in Städten befindet sich in einem steten Wandel. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, wie z.B. Umwelteinflüsse, geopolitische Verhältnisse, wirtschaftliche Entwicklungen, um nur ein paar wenige zu nennen. Der wohl wichtigste Faktor aber sind die Menschen selbst, die den jeweiligen Stadtraum beleben. Deren unterschiedliche Formen von Sozialisation und kultureller Prägung wirken sich auf die Erscheinung des Stadtbildes aus. Kommt es zu einem Wandel der Bevölkerung, ändert sich demnach auch das öffentlich wahrnehmbare Bild einer Stadt.
Die Nürnberger Südstadt ist derzeit einen Stadtteil, der sich stark im Wandel befindet. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten hat sich hier die Zusammensetzung der Gesellschaft deutlich wahrnehmbar verändert. Der Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund liegt momentan bei ca. 50% und setzt sich mit den jeweiligen Herkünften sehr heterogen zusammen.
Wir sind in Form einer architektonisch – ethnographischen Feldforschung den Veränderungen in der Nürnberger Südstadt exemplarisch an definierten Orten nachgegangen. Untersucht wurden urbane Veränderungsprozesse an pulsierenden) Orten (z.B. Aufseßplatz, Kopernikusplatz) und in belebten Straßenzügen (z.B. Allersbergerstraße, Wölckernstraße, Humboldtstraße). Dabei bedienten wir uns auch Methoden der Kulturgeographie, die Wechselbeziehungen zwischen Menschen (Gesellschaft) und Umwelt (Stadtraum) erforscht. Wir haben mittels eigener Beobachtung, Recherchen und Interviews die gewonnenen Erkenntnisse in Form von Zeichnungen und Mappings festgehalten. Ziel war die bewusste Wahrnehmung von öffentlichen Räumen und das Erlangen von Techniken zum Verständnis von Transformationsprozessen in Städten.
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