Die Immobilienbranche ist in Aufruhr wie lange nicht. Nach 15 Jahren Boom, nach immer höheren Bewertungen und immer billigeren Krediten, ist die Stimmung im Keller. Laut der Geschäftsklima-Umfrage des Münchner Ifo-Instituts beurteilen die Unternehmen der Baubranche ihre momentane Lage so schlecht wie seit zwölf Jahren nicht. In vielen Fällen werden begonnene Bauprojekte noch fertig gestellt. Es gibt aber auch immer mehr Insolvenzen, die Bauruinen zurücklassen, deren Zukunft ungewiss ist. Eins der prominentesten Beispiele ist der Elbtower in Hamburg, dessen Baustelle wegen der Insolvenz der Signa Group derzeit stillsteht. Mit diesem neuen Phänomen des »Bauens im Bestand« oder auch des »Weiterbauens« wollen wir uns am Beispiel des Hamburger Elbtowers in diesem Semester analytisch und entwurflich beschäftigen. Es sollen Möglichkeiten und Wege aufgezeigt werden, wie der bestehende Teilrohbau des Elbtowers programmatisch und konzeptionell in eine neue Zukunft geführt werden können. Führen Sie anhand von Plänen, Baustellenfotos und Ortsbesichtigung eine möglichst umfassende Bestandsaufnahme durch. Erstellen Sie alle notwendigen CAD-Grundlagen der bestehenden Bauruine für eine entwurfliche Weiterbearbeitung. Entwickeln Sie eine Vision für die zweite Zukunft des Elbtowers. Transformieren und erweitern Sie die bestehende Bauruine programmatisch zu einem gemeinwohlorientierten Baustein der Hamburger Kulturlandschaft ergänzt durch synergetische Nutzungen.