This Time Tomorrow

Autor:innen
Lea Ehrlich, Sven Nagler
Semester
Wintersemester 23/24
Studiengang
Bachelor
Modul
Projekt
Modulbestandteil
B4X00 Projekt

floating stellt sich als ein Ort für Kunst, Kultur und den Austausch von Wissen vor. Sie befindet sich in dem Regenwasserrückhaltungsbecken des Tempelhofer Flughafens und kann als eine alleinstehende Oase im Süden Berlins verstanden werden. Der neue Entwurf, der die vier Bestandsgebäude Turnhalle, ‚Urban Forest‘, Gewächshaus und Sauna zu einem Konglomerat formt ist städtebaulich entlang einer geraden Achse in drei Platzsituationen unterteilt. Der erste Platz vereint das Materiallager, das laute Labor und die Werkstatt und wird durch eine Pergola mit eingehängtem Archiv eingeleitet. Das Archiv ist entlang der Rampe von der Straße aus positioniert und formt durch wiederverwendete Bahnmasten mit zwischengehängten, wellenförmigen Airtex-Textil den Eingang zur floating. Zwischen den Bahnmasten sind durch Stahlseile Informationstafeln aufgespannt, sodass während des Herabschreitens auf der rechten Seite der Rampe die Vergangenheit zu erkunden ist und sich auf der linken Seite mit auflösen der Botanik nach und nach die Gegenwart zeigt. Um den Weg in Richtung der geraden Stegachse zu lenken sind zwei gestapelte Container zum Ein- und Ausladen senkrecht der Pergola gestellt. Dahinter eröffnet sich ein tönender Platz mit dem Labor laut, und der Werkstatt. Die Werkstatt ist in das Becken gesetzt und schließt durch zwei Grundhöhen an die Plattform des Bestandgebäudes an. Sie ist durch alte Zeltstangen realisiert und wird durch eine einseitige Arbeitsfläche zum Wasser hin abgeschlossen. Um einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen, umringt auf der nördlichen Seite eine herausgerückte Rampe den Platz und bildet so die Möglichkeit Material vor dem Podest zu verstauen.

 

Entlang der Achse wird zwischen dem zylinderförmigen Gebäude ‚ToiKo‘, das die Nutzung Sanitär, Kompost und Gewächshaus vereint und dem Bestandspavillion des Ateliers Bow-Wow ein weiterer Platz aufgespannt. Um die Weite des Raumes einzugrenzen ist eine in Zangekonstruktion ausgeführte halbgeöffnete Unterstellmöglichkeit in Holzbauweise eingerückt. Das alte Gewächshaus wird durch ein Hydroponikkonzept neu belebt und bildet mit der Sauna und dem davorliegenden Prototypbecken den Abschluss des Platzes. Der Raum in ‚ToiKo‘ ist durch die Gerüstelemente des ehemaligen ‚Rain Forest‘-Pavillions ausgebildet und mit transluzenten Polycarbonatstegplatten verkleidet. Die Stoffe Wasser, Kompost und Dung zirkulieren zwischen den Komposttoiletten, der Kompostwanne und den in die Gerüststangen eingehängten Pflanztrögen und bilden einen Kreislauf.

 

Der dritte Platz am Ende des Steges ist durch eine Erhöhung in zwei Bereiche unterteilt. Während die niedrig liegende Fläche die Nutzungen Büro und Auditorium verbindet, sind auf der höhergelegenen Plattform die Küche und die Bar situiert. Das Büro ist mit seinen Wänden aus Papierblöcken und mit Airtex bespannten Schiebetüren als halbwarmer Raum ausgeführt und kann im Winter durch eine Elektroheizung aufgewärmt werden. Außerdem ist das Büro als aneignungsoffener Raum zu verstehen, der bei Bedarf für Workshops und Seminare freigegeben wird. Der Platz ist durch eine Schwelle vom Auditorium getrennt und kann über die östliche Seite erschlossen werden. Vier gebrauchte Bahnmasten entfalten mit Stahlseilen das wellenförmige Zeltdach aus Airtex, das die Stegachse auffängt und flexibel als Kinoleinwand verwendet werden kann. Auf der erhöhten Ebene sind die Küche und die Bar als Stahlkonstruktion ausgebildet. Während die Küche mit durch Seilzügen gesteuerten Schwenktüren arbeitet ist das Dach der Bar beweglich gelagert und folgt stündlich dem Sonnenstand entlang einer Achse. Das Erreichen der Ebene ist barrierefrei ausgebildet. Sogleich die eine Rampe hoch zu dem Podest mit Bar und Küche leitet, führt die danebenliegende nach unten ins Becken. Ihr ist das Retreat entgegengestellt, das durch gebrauchte, verzwirbelte Kabeldrähte und verbundenen Airtex-Textil eine organische Zeltstruktur bildet und durch die Platzierung im Schilf einen Ort der Ruhe formt.
Die Grundierung der Flächen wird durch wiederverwendete Bahnschwellen ermöglicht: Betonschwellen als Fundament und Holzschwellen als Beplankung. Die Lastenverteilung wird dabei von Zugschienen übernommen

Isometrie
Grundriss M 1:200
Schnitt M 1:100
Grundriss M 1:100
Schnitt M 1:100
Werkplanung M 1:50
Knotenpunkte
Übersicht