Die Fürther Straße ist eine wichtige und prägnante Verkehrsachse der Stadt Nürnberg. Die Verbindung reicht bis in die Nachbarstadt Fürth und verknüpft wichtige Knotenpunkte beider Städte miteinander. Entlang der Straße befinden sich zahlreiche Cafés und Geschäfte.Den Bewohnerinnen der direkt anliegenden gründerzeitlichen Wohnhäuser bleibt also nur der Innenhof zur Freizeitgestaltung an der frischen Luft; diese sind aber durch halbherzige Nachverdichtung nicht mehr nutzbar und werden auch von den Bewohnerinnen abgestoßen.
Die »Kultur-Insel« liegt im Bereich der Fürther Straße Ecke Sielstraße, welcher besonders von den genannten Problemen betroffen ist. Im Bereich vor der neu entstehenden Kultur-Insel befindet sich eine breite Fußgängerzone, die von den im Erdgeschoss liegenden Cafés und Restaurants bespielt wird. Zugänge zur nahe liegenden U-Bahn-Station »Bärenschanze« erleben regen Verkehr durch Schülerinnen sowie Besucherinnen des nahe liegenden »Wiesengrunds«. In dem Abschnitt befinden sich außerdem drei voneinander durch die Fürther Straße sowie
umliegende Bebauung fast vollkommen isolierte Schulen. Diese gilt es besser zu verknüpfen, um den Schülerinnen sichere Schulwege und angemessene Freizeitangebote zu bieten.
Der Cube 600, ein kleiner Ausstellungsraum, bildet das schmale Ende der Insel. Am anderen Ende befindet sich innerhalb der Blockrandbebauung das alte Theater Rotzlöffel. Um die Schulen besser miteinander zu vernetzen, die Nachbarschaftsgemeinschaft zu stärken sowie das bestehende Kulturangebot besser einzubinden und zu erweitern, haben wir die »Kultur-Insel« entwickelt.
Zentrales Merkmal der Kultur-Insel sind die vier Levetatoren, die den gesamten Block überragen. Die Türme dienen als vertikale Erschließung für verschiedene Angebote und neue Wohnmöglichkeiten. Jede der Levetatoren hat eine Aussichtsplattform, die einen umfassenden Blick über das Areal ermöglicht. Die Türme bestehen aus einem Aufzugskern und einer umlaufenden Treppe, was Barrierefreiheit gewährleistet. Verkleidet sind sie mit einem Stahlnetz und farbigem Stoff zur besseren Erkennung. Die Aussichtsplattformen sind in verschiedene Himmelsrichtungen ausgerichtet.
Das Projekt nutzt vorhandene Dachflächen und Höfe auf mehreren Ebenen und verwandelt Leerstand in Kultur-, Freizeit- und Gewerbeflächen.
Der alte Datev-Gebäudekomplex fällt durch den großen Vorplatz und Innenhof auf. Auf dem Dach des Solitärs, der den Vorplatz einleitet, befindet sich das »DAT-Restaurant« mit Dachterrasse. Der Innenraum erweitert die Nutzung des alten Cube 600. Die oberen Geschosse und die anderen Bestandsgebäude werden zu Wohnraum umgebaut und über das Dach erweitert. Der Innenhof dient als Bewegungsachse zum Lederer Park und den Schulen. Ein Supermarkt im Hof verbessert die Nahversorgung des Viertels und schafft einen neuen Marktplatz.