Ausgehend von einer kollektiven Gesamtuntersuchung des Entwurfsstudios wurden einzelne Quadranten des großen Industrieareals 798 im Norden Beijings weiter untersucht. Das Heizkraftwerk liegt zwar zentral, bildet auf Grund seiner bedeutsamen Rolle als Energiezentrum eine vollständig in sich verschlossene Welt. Durch künftigen Ausbau regenerativen Energienetze gelten die kraftvollen Bauten als überholt. Aus dem Gedanken der Transformation des Gesamtgebiets aus sich selbst heraus, werden diese robusten Strukturen als Basis für neue Szenerien verwendet. Forschungs- und Gemeinschaftseinrichtungen stülpen sich in die wuchtigen Betonhüllen des Bestands und wachsen weit über diese hinaus. Mit Gewächshaus und Schwimmbad bekrönte Dächer schaffen atmosphärische Kontrastebenen und profitieren vom Energiefluss. Förderbrücken und Schächte werden zur Erschließung genutzt und erhalten sinnvolle Ergänzungen. Ein Netzwerk als alt und neu entsteht. Im Gegensatz zur rauen industriellen Prägung und massiven Konstruktion des Bestands werden neue Bauteile stählern ausgebildet und metallisch glänzend umhüllt. Glasfassaden führen Licht ins Innere der großen Baumassen und locken Besuchende in diese dicht programmierte neue Gesamtstruktur.
Das Boiler House wird zum neuen Herz des Stadtviertels, dessen Puls 24/7 für das sich neu erfindende Gebiet 798 schlägt.