»Energie kann weder erzeugt noch vernichtet, sondern lediglich von einer Form in eine andere umgewandelt werden.« Der Energieerhaltungssatz wird zum architektonischen Prinzip der Arbeit. Das Kraftwerksareal im Bejinger Kunstviertel 798 wird als Teil eines neuen urbanen Energiekreislaufs betrachtet. Bestehende Strukturen werden räumlich, programmatisch und atmosphärisch in Wandlung versetzt ohne ihre Identität zu leugnen. Die robusten Strukturen des Kraftwerks dienen als volumetrische Basis für neue, alltagstaugliche Szenerien: Forschungs- und Gemeinschaftseinrichtungen stülpen sich in die wuchtigen Betonhüllen des Bestands und wachsen weit sichtbar über diese hinaus. Mit Gewächshäusern und Schwimmbad bekrönte Dächer schaffen atmosphärische Kontrastebenen und profitieren vom Energiefluss. Förderbrücken werden zu einem öffentlichen Wegenetz transformiert. Im Gegensatz zur rauen industriellen Prägung und massiven Konstruktion des Bestands sind neue Bauteile leicht und metallisch glänzend umhüllt. Glasfassaden führen Licht ins Innere der großen Baumassen und locken Besuchende über eine neue Freiraumlandschaft in die dicht programmierte neue Gesamtstruktur. Das Boiler House wird zum coolen Herz des Viertels, dessen Puls 24/7 für das sich neu erfindende Gebiet 798 schlägt.