Die neue Basketballarena der Chemnitz 99ers wird nicht als Solitär gedacht, sondern als gleichberechtigter Bestandteil eines größeren Ganzen – eines hybriden Ortes, an dem Sport, Stadtnatur und Umweltbildung koexistieren.
Ausgehend von der Analyse der umliegenden Grünräume wurde deut-lich, dass das Grundstück als verbindendes Element im fragmentierten Stadtgrün fungieren kann. Daraus leitet sich die Entwur1sstrategie ab: Die Arena wird in ein landschaftlich geprägtes Umfeld eingebettet, das Lebensräume für Tiere und Pflanzen schafft und dabei gezielt auf beste-hende Strukturen wie die Tiefgarage und vorhandene Geländeniveaus reagiert. Zwei zentrale Themen bestimmen den Entwur1: der Einsatz von Animal Aided Design und der sensible Umgang mit dem Bestand.
Durch den Rückbau eines leerstehenden Gebäudes entsteht eine neue Adressbildung und öffnet das Gelände zur Stadt. Die Arena übernimmt darin eine vermittelnde Rolle – räumlich, funktional und ökologisch. Sie bildet das Zentrum einer abgestuften Zonierung, die von belebten öffentlichen Bereichen bis hin zu ruhigen, nur eingeschränkt zugänglichen Rückzugsräumen für Tiere reicht. Ein umlaufender Weg in der Arena erlaubt den Nutzer“‚innen Einblicke in das entstehende Ökosystem, ohne es direkt zu betreten. Damit entsteht ein spannungsreicher Dialog zwischen Aktivität und Rückzug, zwischen Urbanität und Natur.
Technisch wird das Gebäude nachhaltig ergänzt: Photovoltalkanlagen auf dem Dach erzeugen Strom, während ein System aus Retentionsbecken, Zisterne und Brauchwasseraufbereitung Regenwasser speichert,
nutzt und rückführt. So werden natürliche Kreisläufe integriert statt unterbrochen.
Im Kellergeschoss des rückgebauten Gebäudes entsteht ein öffentlich zugängliches Informationszentrum – der Biohub. Zusammen mit einem Restaurant und einem kleinen Museum widmet sich der Ort Fragen rund um Artenvielfalt, Lebensräume und den Einfluss des Menschen. Der Zugang er1olgt unabhängig vom Spielbetrieb, um eine kontinuierliche Nut-zung zu ermöglichen.
Ergänzend wird das Erdgeschoss der bestehenden Parteisäge aktiviert und mit einem neuen öffentlichen Programm ausgestattet: Café, Ticketcenter und Merchandise-Angebote der Chemnitz Niners, sowie eine zu-
sätzliche Biohub-Station am naturnahen Randbereich. Hier können Vorträge, Lehrveranstaltungen und Arbeitsgemeinschaften stattfinden – gleichzeitig bietet der Ort Passant’lnnen die Möglichkeit, sich nledrig-schwelllg über das Projekt, Biodlversltät und aktuelle Umweltfragen zu informieren.
Die Arena der Niners wird so mehr als ein Sportbau: Sie wird zum Im-pulsgeber für eine neue Form des Zusammenlebens von Mensch und Natur in der Stadt. Als bewusste Utopie schafft das Projekt eine Zu-kunftsvision, die zur Auseinandersetzung anregt: Eine Koexistenz von nachhaltiger Ansiedlung von Flora und Fauna mit der gleichzeitigen Belebung der Stadt durch Veranstaltungsorte und Begegnungsräume.