Der allgegenwärtige Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum stellt uns vor die Aufgabe, neue zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um Architektur, sondern auch um die Frage, wie alternative Formen des Zusammenlebens den demografischen Wandel und die Pluralität von Lebensentwürfen widerspiegeln können?
In diesem Zusammenhang spielen gemeinwohlorientierte und genossenschaftliche Modelle eine Schlüsselrolle als Laborräume für neue Wohnformen, als Gegenmodell zum freien, marktorientierten Wohnungsbau und als Stabilisatoren für bezahlbaren Wohnraum. In vielen großen Städten sind Grundstücke knapp und teuer. In diesem hochpreisigen städtischen Bodenmarkt sind Konzeptvergabeverfahren einer der wichtigsten Hebel, mit denen die Kommunen genossenschaftliche Projekte ermöglichen und stärken können.
Bei der Konzeptvergabe werden Grundstücke nicht an den Höchstbietenden vergeben, sondern an das Konzept, das am besten zum vorgesehenen Ort passt. Entscheidend sind dabei dessen inhaltliche Qualitäten. Die Architektur spielt in dieser Phase eine eher untergeordnete Rolle.
In diesem Semester wollen wir dem klassischen Entwurfsprozess ein solches Konzeptvergabeverfahren voranstellen: In der sogenannten Phase »0« entwickeln Sie im ersten Schritt als Baugruppe auf Basis Ihrer Ziele und Vorstellungen ein Konzept für unser Grundstück.