Die Regattastrecke Oberschleißheim, erbaut für die Olympiade 1972 gilt allgemein hin durch ihre besonderen Bedingungen zu einer der besten Ruderrennstrecken der Welt. Diese wird auch heute noch für den Sport in großem Maße genutzt. Dadurch gelangen die Lagermöglichkeiten jedoch immer mehr an ihre Kapazitätsgrenzen.
Zeitgleich steht die groß dimensionierte Tribüne samt ehemaligem VIP-Bereich sowie das angrenzende Jury-Gebäude leer und ist somit dem Verfall ausgesetzt.
Hier setzt unser Projekt mit den folgenden drei Säulen an:
Sportinternat
Nutzung der Potentiale des Ortes, Reaktivierung der leerstehenden Gebäude und zentrale Finanzierungsmöglichkeit
Neubau Bootshallen
Lösen der Kapazitätsprobleme bestehen- der Vereine und Gruppen
Seebühne mit Promenade
»Attraktor« für die Gesellschaft, Nutzung der Tribüne abseits von Wettkämpfen
Unser Konzept sieht es vor, das große Potential des Ortes mit einer Umnutzung zu einem Sportinternat zu programmieren und weiter zu verstärken. Durch die herausragenden Eigenschaften der Anlage und ihre Bedeutung für den Wasserrennsport, eignet sich diese bestens für die Einrichtung eines nationalen Leistungszentrums für Ruderrennsport. Hierfür wird das große Volumen der Tribüne bei einer thermischen Schließung ausreichenden Raum bieten. Die zerfallende Kantine wird als Internatsspeisesaal weitergenutzt und somit konserviert. Die bestehenden Schlafräume oberhalb der Lagerhallen werden nach Brandschutzanforderungen saniert und dienen den Schülern als Unterkunft. Die Aktivierung als deutsches Leistungszentrum und die damit verbundene Bedeutung rechtfertigt zudem die Finanzierung der Maßnahmen auf Bundesebene.
Weiterhin werden die fehlenden Lagerkapazitäten für Boote durch Neubauten ergänzt. Hierfür werden im rückwertigen Raum hinter den bestehenden Bootshallen neue Lagerbauten konzipiert, welche mit der Architektur der Bestandsgebäude im engen Dialog stehen. Diese werden auch zusätzliche Funktionen für Vereine beinhalten. Die Vereine und die Bildungseinrichtung bedingen sich zukünftig gegenseitig und werden nach dem Modell anderer Leistungssportarten gestaltet.
Die Betrachtung des Ortes bedarf zudem einer besseren Adressierung der allgemeinen Gesellschaft abseits des Wassersportes. Die umfangreichere Nutzung der Haupttribüne außerhalb von elitären Wettkämpfen wird durch die Gestaltung einer Bühnenanlage auf dem Wasser vorgesehen. Dies ermöglicht kulturelle und musikalische Veranstaltungen unterschiedlicher Art und dient als wiederkehrender Attraktor für den Ort, Stichwort: »Rock an der Regatta«. Die Räumlichkeiten des Leistungszentrums werden hierbei für Sanitär und Gastronomie genutzt. Bei Nichtverwendung der Bühnenanlage wird diese durch ihre modulare Bauweise zu einer flankierenden Uferpromenade vor der Tribüne um- gebaut. Dies entlastet zudem den Personen-und Radverkehr an dieser Engstelle.
Durch diese miteinander verwobenen Maßnahmen werden somit die zentralen Probleme der Anlage angesprochen sowie dem Ort eine neue Bedeutung im Kontext der »Regatta« sowie eine kulturelle Attraktion vermacht.